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Ein Interview mit zwei Schülerinnen (Melisa Y. und Sophia B.) aus einer 10. Klasse mit Resilienzexpertin Frau Renate Freisler

Melisa Y. und Sophia B.: “Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen unsere Fragen im Rahmen unseres Schulprojekts zu beantworten. Kommen wir doch gleich zum Punkt: Was ist Stress für Sie?”

Renate Freisler: „Sehr gerne, ich habe zu Danken. Die Antwort in einem Wort ist: Eine Überlebensstrategie. Stress ist eine körperliche und psychische Reaktion auf eine Situation, die von der betreffenden Person als (zu) hohe Herausforderung/Überforderung wahrgenommen wird.”

Melisa Y. und Sophia B.: „Welche Arten von Stress gibt es für Sie?”
Renate Freisler: „Eustress = positiver Stress; Disstress = negativer Stress”

Melisa Y. und Sophia B.: „Was für unterschiedliche Bedeutungen hat der Stress?”
Renate Freisler: „Positiver Stress wird als anregend erlebt und die Herausforderung wird als angenehm oder bewältigbar empfunden. Zu den Stresshormonen Adrenalin und Noradrenalin werden auch Endorphine wie z. B. Dopamin ausgeschüttet. Dies bringt den Körper in eine positive emotionale Erregung und setzt mentale Kräfte frei. Dies führt häufig zu Flow-Momenten.
Negativer Stress wird als Belastung erlebt. Die zur Verfügung stehenden Bewältigungsstrategien passen nicht zu den gegebenen Anforderungen. Es entstehen Gefühle wie Angst, Wut, Trauer und die Wahrnehmung wird eingeengt. Der Körper schaltet um auf Angriff oder Flucht, wenn das nicht möglich ist, kann Starre oder „tot stellen“ entstehen.”

Melisa Y. und Sophia B.: „Wie gehen Sie persönlich mit Stress um?”
Renate Freisler: „Ich sehe stressige Situationen als machbare Herausforderungen, an denen ich persönlich wachsen kann. Ich mache mir meine Ressourcen und Erfolge bewusst, achte auf konstruktive Gedanken und lebe gesund. Viel Bewegung, Ernährung und Entspannung sind drei wichtige Begleiter. Für mich geht es darum, die eigene Lernchance zu sehen.”

Melisa Y. und Sophia B.: „Was genau ist ihr Beruf? Wie nennt sich ihr Job?”
Renate Freisler: „Ich bin „Business Coach, Trainerin und Autorin“

Melisa Y. und Sophia B.: „Welche Menschen kommen zu Ihnen? (Alter, Geschlecht…)”
Renate Freisler: „Aus Unternehmen Führungskräfte und MitarbeiterInnen, Privatpersonen und Selbständige, weiblich und männlich in etwa zu gleichen Anteilen, Alter von 30 – 60 Jahren.”

Melisa Y. und Sophia B.: „Was für Probleme haben Ihre Klienten allgemein?”
Renate Freisler: „Hohe Belastungen und Stress, die eigenen Bedürfnisse werden vernachlässigt, in die neue Rolle als Führungskraft hineinwachsen, viele Veränderungen im Unternehmen z. B. Agilität, Transformation, Selbstbewusstsein stärken, berufliche Neuorientierung, Resilienz (psychische Widerstandsfähigkeit) stärken, Burnout Prophylaxe oder Wiedereingliederung, Arbeitsorganisation, seit Corona ist auch das Thema Homeoffice/mobiles Arbeiten/Entgrenzung stärker geworden.”

Melisa Y. und Sophia B.: „Was für Probleme haben Ihre Klienten im Bezug auf Stress?”
Renate Freisler: „Viele Klienten vernachlässigen ihre Bedürfnisse und mit der Zeit entstehen psychische und körperliche Symptome, z. B. nicht mehr abschalten können, Verspannungen im Rücken, Kopfschmerzen, Magenprobleme, Schlafstörungen. Sie fühlen sich überfordert, den Anforderungen nicht mehr gewachsen zu sein, Versagensängste, fehlende Lebens-Balance, Familie oder Hobbies werden vernachlässigt und sie arbeiten mehr als ihnen gut tut.”

Melisa Y. und Sophia B.: „Geben sie jedem Klienten eine individuelle Beratung/ Behandlung, oder gibt es etwas, was Sie bei Jedem tun?”
Renate Freisler: „Grundsätzlich bekommt jeder Klient eine individuelle Beratung bzw. Coaching-Prozess. Was ich bei jedem tue ist: zuhören, einfühlen, wertschätzen, den Menschen sehen, Ressourcen stärken, destruktive Muster bewusst machen, das Gute im Schlechten sehen, Perspektivenwechsel anregen –  und vor allem gute Fragen stellen.”

Melisa Y. und Sophia B.: „Wie läuft ein Treffen mit Ihnen ab?”
Renate Freisler: „Meist gibt es ein Kennenlern-Gespräch telefonisch oder per Video.
Die einzelnen Sitzungen sind sehr individuell. Am Anfang eines Coachings erarbeite ich mit dem Klienten ein Ziel. Daraus leitet sich der Weg ab. Methodische habe ich einen großen Werkzeugkoffer, so dass ich hier sehr flexibel bin. Vor kognitiver Arbeit über emotionale Arbeit, Imagination, Visualisierung und systemische Arbeit ist alles dabei.
Aktuelle Themen des Klienten haben Vorrang, so dass wir zu Beginn einer Sitzung besprechen was heute wichtig ist und auch die Wirkung/Veränderung der vergangenen Sitzung wird reflektiert.”

Melisa Y. und Sophia B.: „Was für verschiedene Angebote haben Sie?”
Renate Freisler: „Business Coaching, Personal Coaching, Persönlichkeitsanalysen, Training on the job, individuelle Seminare”

Melisa Y. und Sophia B.: „Welche Angebote sind für welche Problemarten geeignet?”
Renate Freisler:

  • „Business Coaching: für Themen aus dem Unternehmensumfeld (Führung, Transformationen, beruflicher Stress, Karrierecoaching, Konflikte …)
  • Personal Coaching: für persönliche Themen (Krisen, Neuorientierung, Überlastung, fehlendes Selbstbewusstsein)
    Persönlichkeitsanalysen: für alle Coachings
  • Training on the job: Wenn auch Wissensvermittlung (z. B. bei einer jungen Führungskraft oder bei der Arbeitsorganisation) gefordert ist
  • individuelle Seminare: für Gruppen in Unternehmen (Selbst- und Stressmanagement, Resilienz, Achtsamkeit, Self Leadership)”

Melisa Y. und Sophia B.: „Welches dieser Angebote wird am häufigsten in Anspruch genommen?
Renate Freisler: „Business und Personal Coaching mit Persönlichkeitsanalysen”

Melisa Y. und Sophia B.: „Wie arbeiten Sie am liebsten? Mit welchen Methoden arbeiten sie am liebsten?”
Renate Freisler: „Mit einem Methoden-Mix: Imagination, Visualisierung, Systemisch im Raum, Achtsamkeit, Positive Psychologie, Perspektivenwechsel, Timeline-Arbeit”

Melisa Y. und Sophia B.: „Gibt es verschiedene Einrichtungen für verschiedene Probleme oder verschiedene Fälle?”
Renate Freisler: „Was ist mit „Einrichtungen“ gemeint? Bei Burnout oder Depression gibt es beispielsweise psychosomatische Kliniken – stationär oder Tageskliniken. Als Coach arbeite ich mit gesunden Menschen.”

Melisa Y. und Sophia B.: „Kann man Stress kontrollieren oder vorbeugen?”
Renate Freisler: „Die persönlichen Stressmuster bewusst machen, sich seiner Ressourcen, Stärken und Handlungsstrategien bewusst sein, viel Bewegung, gesunde Ernährung, Entspannung z. B. Yoga, Achtsamkeit, Atemübungen, konstruktive Denkmuster entwickeln, persönliche Verletzungen und negative emotionale Erfahrungen aus der Vergangenheit bearbeiten”

Melisa Y. und Sophia B.: „Wie beeinflusst Stress den Alltag/ das Berufsleben?”
Renate Freisler: „Positiver Stress und ein gewisses Maß an Anspannung in Balance mit Entspannung stärkt uns. Insofern ist Stress nicht grundsätzlich negativ. In einem gesunden Maß macht er uns leistungsfähig.
Negativer Stress über längere Zeit reduziert unsere Leistungsfähigkeit, macht uns langfristig krank und verändert die innerlichen körperlichen Prozesse. Die WHO hat Stress zu einer der größten Gefahren des 21. Jahrhunderts erklärt.”

Melisa Y. und Sophia B.: „Wo ist Stress nützlich, wo stört er?”
Renate Freisler: „Nützlich: Bei akuter Gefahr. Stress ist unsere natürliche Reaktion auf Gefahr und ist somit unsere Überlebensstrategie. Es wird Energie im Körper freigesetzt, die es uns ermöglicht zu fliehen oder anzugreifen. Ohne diese Funktion würde es uns nicht mehr geben.
Störend: Wenn er zu viel wird oder nicht wirklich Gefahr droht und wir unseren präfrontalen Cortex brauchen (z. B. bei einer Prüfung).”

Melisa Y. und Sophia B.: „Was ist, wenn Ihre Behandlung nicht funktioniert?”
Renate Freisler: „Meine Arbeit ist keine Behandlung. Coaching ist eine prozessorientierte Unterstützung von Menschen. Als Coach bin ich für den Prozess verantwortlich. Der Klient hat die Verantwortung für den Inhalt und das Umsetzen. Er erarbeitet sich seine Lösung – mit meiner Unterstützung für den Prozess.”

Melisa Y. und Sophia B.: „Geben Ihnen einige Klienten später eine Rückmeldung?”
Renate Freisler: „Ja, häufiger erhalte ich Feedback meist in Form von Mails.”

Melisa Y. und Sophia B.: „Wem würden sie empfehlen, zu Ihnen zu kommen?”
Renate Freisler: „Menschen, die Verantwortung für sich und ihr Leben übernehmen, veränderungsbereit sind und sich persönlich weiterentwickeln wollen.”

Melisa Y. und Sophia B.: „Was würden Sie an der Gesellschaft verändern, um Stress zu vermeiden?”
Renate Freisler: „In den Schulen das Thema Stress, Resilienz und Achtsamkeit vermitteln.
In den Unternehmen Selbstverantwortung und Autonomie fördern, mehr Wertschätzung für MitarbeiterInnen und Führungskräfte, stärkenorientierte Aufgabenverteilung, die Aufmerksamkeit auf Erfolg lenken und mit gestärkten Ressourcen Herausforderungen meistern, ein gesunde Fehlerkultur lernen, das Verbindende herausheben und Unterschiede wertschätzen, wertschätzende Beziehungen pflegen”

Melisa Y. und Sophia B.: „Wie hängt Stress mit der Psyche zusammen?”
Renate Freisler: „Das ist sehr eng verbunden. Körper, Geist und Seele (=Psyche) stehen in Wechselwirkung zueinander. Deshalb wirkt sich Stress auf alle drei Bereiche aus.”

Melisa Y. und Sophia B.: „Was muss man tun, um Ihren Beruf ausüben zu können? (Studium…)”
Renate Freisler: „Das kann ein Studium der Psychologie sein oder eine umfassende Ausbildung zum Coach verbunden mit einer mehrjährigen Berufserfahrung, am besten als Führungskraft. Bei den Coachingausbildungen gibt es sehr viele private Anbieter.”

Melisa Y. und Sophia B.: „Wie lief Ihre berufliche Laufbahn ab?”
Renate Freisler: „Ich habe eine kaufmännische Ausbildung absolviert und über 25 Jahre Berufserfahrung gesammelt (u. a. fast 10 Jahre als Teamleiterin in der Wirtschaftsprüfung). Dann habe ich mit einer Ausbildung zur Yogalehrerin abgeschlossen, anschließend die Coaching-Ausbildung und die Heilpraktikerin Psychotherapie, dann Trainerausbildung, Beraterin der Positiven Psychologie und viele methodische Fortbildungen mit Selbsterfahrung. So habe ich einen großen Mix an Methoden entwickelt und eigene Erfahrung als Coachee gesammelt. Jetzt bin ich seit über 11 Jahre selbständig.”

Melisa Y. und Sophia B.: „Wie sind sie auf Ihren Beruf gekommen?”
Renate Freisler: „Ich habe selbst gekündigt. Das war ein längerer Prozess nach so vielen Jahren die gefühlt „sichere“ Basis aufzugeben. Es war die richtige Entscheidung.”

Melisa Y. und Sophia B.: „Wer ist geeignet für diesen Beruf?”
Renate Freisler: „Menschen mit einem Interesse an anderen Menschen, die einfühlsam sind und auch selbst an ihrer Persönlichkeit arbeiten. Coaching ist für mich als Coach ein lebenslanges Lernen und Entwickeln der eigenen Persönlichkeit.”

Melisa Y. und Sophia B.: „Ist es für sie manchmal schwierig, Beruf und Alltag zu trennen oder hat ihr beruf Auswirkungen auf Ihren Alltag?”
Renate Freisler: „Bei mir gibt es keine klare Trennung von Beruf und Privatleben. Vieles geht ineinander über, weil mich die beruflichen Themen auch privat interessieren. Manchmal muss ich mich zurückhalten, um im Urlaub nicht zu viele Fachbücher zu lesen 😊”

Melisa Y. und Sophia B.: „Herzlichen Dank für die interessanten Informationen und den Einblick in Ihre Berufung.”
Renate Freisler: „Sehr gerne, es war mir eine Freude und Ehre, einen Teil an Euch weitergeben zu dürfen.”

Für weitere Informationen zum Thema Stress, können Sie sich gerne auf diesen Seiten umsehen:

https://www.renatefreisler.de/leistung/stressmanagement-nuernberg.html

https://www.renatefreisler.de/blog.html

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