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„Zoom Fatigue“ nennt sich das Erschöpfungs-Syndrom, das sich in den vergangenen Monaten dank der Corona-bedingten Arbeitsverlagerung ins Homeoffice weit verbreitet hat. Zoom Fatigue, auch zoom Krankheit genannt, setzt sich aus dem Wort Zoom, ein digitales Tool zur Durchführung von Videokonferenzen, und dem französischen Wort „Fatigue“, zu deutsch „Müdigkeit“, zusammen.

Diese Wortschöpfung ist neu und der aktuellen Corona-Krise geschuldet. Sie bedeutet so viel wie Konzentrationsschwäche oder Müdigkeit, die durch die häufige Teilnahme an Videokonferenzen und virtuellen Meetings ausgelöst wird. Welche Plattform verwendet wird, spielt selbstverständlich keine Rolle. Es geht um die virtuelle Durchführung der Remote-Termine, die für diese Zoom-Müdigkeit verantwortlich ist. Ob man dazu MS Teams, WebEx, Skype, GoToMeeting oder eben Zoom verwendet ist irrelevant: Videokonferenzen machen müde – und zwar mehr, als wir das von Face-to-Face-Meetings kennen.

Wie kommt es zur Zoom-Fatigue?

Verändertes Kommunikationsverhalten macht unsicher:

Eine Videokonferenz ist mit einer realen Begegnung nicht zu vergleichen. Gestik und Mimik, die im persönlichen Kontakt eine wichtige Rolle spielen und auch non-verbale Hinweise vermitteln, verlieren hier komplett an Bedeutung. Die Körpersprache ist im digitalen Meeting so gut wie gar nicht mehr zu erkennen. Das kann zu Irritationen und Belastungen führen.

Kein Small Talk lockert den Alltag auf:

Gerade der fehlende Weg zwischen Besprechungsräumen macht es uns noch zusätzlich schwer. Bei persönlichen Treffen führen wir meist vorher ein bisschen Smalltalk. Bei einer Videokonferenz macht man das normalerweise nicht. Auch die lockere Nachbesprechung entfällt. Stattdessen beginnt bei vielen gleich der nächste Videocall.

Privates Umfeld belastet die Kommunikation:

Das Arbeiten im häuslichen Wohnzimmer verschafft den anderen Teilnehmern einen Einblick in Ihre Privatsphäre. Zusätzlich kann durch andere in der Wohnung lebende Personen Unruhe entstehen, was sich negativ auf Ihre Konzentration auswirkt und zur Ablenkung führt. Der begrenzte Raum der Wohnung und das Wissen, dass die Pandemie noch lange das berufliche und private Leben bestimmen wird, bereiten Ängste, Stress und eine allgemeine Müdigkeit. Diese emotionale Belastung kann sich auf die Arbeit auswirken.

Effizienz und Schnelligkeit unterdrücken die Kreativität :

Zu guter letzt geht es in Videokonferenzen meistens um Zeiteffizienz und das verlangt uns einiges ab. Das erfordert sehr viel Konzentration. Gleichzeitig ist es ein Problem für Meetings, in denen man kreativ sein will und neue Ideen entwickeln möchte. Kreative Prozesse funktionieren nicht schnell und effizient. Dazu muss man abschweifen dürfen, das wird bei einer Videokonferenz fast nicht gemacht, weil sie ja fokussiert und produktiv sein sollen.

Was Sie gegen Zoom Fatigue tun können – 5 Tipps für weniger Belastung beim Online-Meeting

Tipp 1: Prüfen Sie, ob ein digitaler Austausch notwendig ist

VOR Corona haben wir viele Telefonate geführt und das hat wunderbar geklappt. SEIT Corona wird nahezu jeder Termin per MS Teams- oder Zoom-Einladung organisiert – und daraus entsteht schon fast ein Zwang, immer auch die Kamera einzuschalten. Entscheiden Sie ganz bewusst, welche Gespräche auch einfach „nur“ als Telefonat geführt werden können. Durch ein bewusstes Auswählen des Mediums Video-Telefonat oder „normales“ Telefonat schieben Sie der Zoom-Müdigkeit ganz einfach den Riegel vor! Ihr Gegenüber wird es Ihnen danken.

Tipp 2: Planen Sie Pausen ein!

Genau wie in Ihrem üblichen Arbeitsumfeld sollten Sie zwischen den Meetings auch bei Videokonferenzen Pausen einlegen. Pausen machen wieder fit – stehen Sie auf, und gehen Sie ein bisschen herum, strecken Sie sich, trinken Sie ein Glas Wasser, oder bewegen Sie sich ein wenig. Klare Grenzen und kurze Pausen sind wichtig. Sie schaffen einen Puffer, der uns hilft, uns besser auf eine andere, neue Aufgabe zu konzentrieren. Vor allem dann, wenn wir uns im Home-Office ständig zwischen privaten und beruflichen Aufgaben hin und her bewegen. Bedenken Sie dies auch bei Virtuellen Meetings, die über mehrere Stunden gehen. Denn sie sind besonders belastend. Um die Aufmerksamkeit der Teilnehmer möglichst lange hochzuhalten, führen Sie kürzere Pausen von etwa 10 bis 15 Minuten durch.

Tipp 3: Stellen Sie sicher, dass die technische Ausstattung funktioniert

Sorgen Sie dafür, dass Ihre Soft- und Hardware für das digitale Meeting geeignet ist. Erst wenn Kommunikationstool, Webcam und Headset kompatibel sind, ist ein reibungsloser Austausch möglich.

Tipp 4: Nutzen Sie die Möglichkeit, das Video optional auszuschalten

Es ist nicht immer erforderlich, dass ein Video die ganze Zeit läuft. Bei Besprechungen mit festen Teilnehmern kann das notwendig und sinnvoll sein. Schulungssitzungen, bei denen oft passiv zugeschaut wird und weniger Aktivität stattfindet, sollten die Möglichkeit bieten, das Video auszuschalten. Kritiker werden vielleicht einwenden, dass damit die Aufmerksamkeit schwindet und jeder sich nebenher mit anderen Dingen beschäftigt. Es ist jedoch ein Trugschluss zu glauben, dass die permanente Präsenz aller auch das Engagement jedes Einzelnen erhöht. Permanent sich selbst auf dem Bildschirm zu sehen, kann für den ein oder anderen zu Unkonzentriertheit führen. Wer die Möglichkeit hat, auf den eigenen Gesichtsausdruck, seine Kleidung und sein Aussehen zu achten, wird vielleicht abgelenkt. Was sich negativ auf die Qualität des Gesprächs auswirken kann. Bei analogen Gesprächen sehen Sie schließlich auch nicht sich selbst, sondern nur den anderen Gesprächspartner. Dieses Problem lässt sich leicht lösen. Sie wählen die  Funktion „mich verbergen“ bei Ihrem Videotool und schon sehen Sie sich nicht mehr selbst. Ihr Gesprächspartner sieht Sie allerdings sehr wohl.

Tipp 5: Erstellen Sie schriftliche Aufzeichnungen

Sie können Ihre Konzentration und Aufmerksamkeit fördern, wenn Sie während des Gesprächs Notizen machen. Außerdem behalten Sie so das Gesagte besser in Erinnerung.